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Nov 08

Tipps für neue Führungskräfte!

Bevor Sie sofort in einen hektischen Aktionismus verfallen, bedenken Sie:

Erst die Orientierungsphase, dann die Umsetzungsphase!

  1. Welche Erwartungen haben Sie an sich selbst?

  • Welche Werte verbinden Sie mit der Funktion der Führungskraft? Wofür stehen Sie?
  • Welche Erwartungen entstehen daraus?
  • Wie wollen Sie führen? Welchen Führungsstil wollen Sie praktizieren?
  • Was wollen Sie als Führungskraft in jedem Fall (vor)leben?
  • Was wollen Sie als Führungskraft in jedem Fall vermeiden?
  • Welchen Umgang mit Ihren Mitarbeitern wollen Sie pflegen?
  • Was können Ihre Mitarbeiter/innen von Ihnen jederzeit erwarten? Was nicht?
  • Was sollen Ihre Mitarbeiter/innen nach einem Jahr über Sie sagen?
  • Welche Erwartungen stellen Sie an sich, um die Rolle des Mittlers zwischen Management und Ihrem Team zu erfüllen (Sandwich-Position)?
  • Was möchten Sie gerne in Angriff nehmen?
  • Was möchten Sie im Team verändern?
  • Welche Aufgaben sind Ihnen besonders wichtig?
  • Welche neuen (fachlichen) Aufgaben müssen Sie bewältigen und sich erst aneignen? Welche Erwartungen stellen Sie dabei an sich?
  1. Welche Erwartungen hat Ihre eigene Führungskraft an Sie?

  • Welche Erwartungen an Sie wird Ihre Führungskraft vermutlich haben?
  • Welche Inhalte und Schwerpunkte wurden in den Vorgesprächen erörtert?
  • Welche Erwartungen können Sie daraus ableiten?
  • Welche Tätigkeiten und Aufgaben werden in der Stellenbeschreibung benannt? Welche Erwartungen leiten Sie daraus ab? Welche Prioritäten wird vermutlich Ihre Führungskraft bei diesen Aufgaben setzen?
  • Inwieweit decken diese sich mit Ihren eigenen Erwartungen?
  • Mit welchen Zielen und Erwartungen, die Sie an Ihre neue Funktion als Führungskraft stellen, wird Ihre Führungskraft sicherlich einverstanden sein?
  • Bei welchen Ihrer Ziele müssen Sie gute Argumente liefern, um Ihre Führungskraft zu überzeugen?

 3. Welche Erwartungen haben Ihre Ex-Kolleg/innen (und jetzigen Mitarbeiter/innen) an Sie?

  • Welche Wünsche und Bedürfnisse haben die einzelnen Kolleg/innen während Ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit regelmäßig geäußert?
  • Was sollte deren Meinung nach eine Führungskraft tun bzw. nicht tun?
  • Welche Erwartungen leiten Sie daraus ab?
  • Worüber waren die Ex-Kolleg/innen immer wieder frustriert oder haben sich beschwert? Welche Ideen zur Verbesserung haben sie geäußert?
  • Welche Erwartungen an Sie als Führungskraft leiten Sie daraus ab? Inwieweit decken sich deren Erwartungen mit Ihren eigenen Zielen und Plänen?
  • Welche konkreten Erwartungen gibt es an Sie als neue Führungskraft?
  • Was funktioniert aus Sicht der Mitarbeiter/innen gut?
  • Was könnten Sie an ersten kleinen Veränderungen umsetzen („quick wins“)?

 4. Welche Erwartungen haben andere wichtige Kontaktpersonen an Sie?

Zum Beispiel Kund/innen, Lieferant/innen, oberste Führungsebene, Führungskräfte-Kolleg/innen derselben Ebene, etc.? Wer ist noch wichtig für Sie?

 Nehmen Sie Ihre Führungsrolle an:

* Sorgen Sie in Ihrer „Antrittsrede“ für möglichst viel Klarheit, was Ihre Werte und

Ihre Erwartungen betrifft.

* Delegieren Sie möglichst viele Ihrer bisherigen Aufgaben – delegieren

heißt immer auch loslassen!

* Gestalten Sie Ihre Eigenorganisation neu: Sie brauchen Zeit für Ihre

Führungsaufgaben und für Kommunikation!

* Nehmen Sie eine „professionelle Distanz“ ein, denn es geht nicht darum, sich

möglichst beliebt bei Ihren Mitarbeiter/innen zu machen. Es geht darum,

gegenseitiges Verständnis und Vertrauen in der neuen Rolle aufzubauen.

* Sie müssen nicht der beste Freund Ihrer Mitarbeiter/innen sein. Aber Sie sollten

als vertrauenswürdig, fair und ehrlich gelten.

* Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft, gehen Sie aktiv auf Ihre Mitarbeiter/innen zu.

* Beachten Sie im Umgang mit anderen Führungskräften, dass Sie ja auf dieser

Ebene neu sind.  Zeigen Sie Interesse an den Erfahrungen und dem Wissen der

Kolleg/innen. Auch hier gilt wieder: Zuhören!

* Sorgen Sie für möglichst viel Klarheit, was Ziele und gegenseitige Erwartungen

betrifft. Dies gilt für Einzelgespräche ebenso wie für Team-Besprechungen.

* Wenn Sie Vereinbarungen treffen: Seien Sie zu 100 % verbindlich und sprechen

Sie Abweichungen in geeigneter Form klar an!

Bild: Gerd Altmann auf pixabay