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Jan 02

„Optirealistisch“ ins neue Jahr!

Keine Angst, das wird kein „Positiv denken“-Appell.

Die Alternative zum Negativen

Vielmehr geht es um Fakten – dem ständigen Getöse um Klimawandel, Rechtsextremismus, Terrorgefahr, Flüchtlingskrise etc. gilt es, eine Alternative entgegen zu setzen.

Derr französische Psychologe Jacques Lecomte zeigt anhand von Fakten*), dass unsere Welt viel besser ist, als es uns die alltägliche (Sensations-)Presse glauben machen will, ganz zu schweigen von Social Media.

Hier einige positive Beispiele:

  • Die Kindersterblichkeitsrate weltweit hat sich zwischen 1990 und 2015 halbiert.
  • Analphabetismus geht zurück: 1996 besuchten 120 Mio Kinder KEINE Grundschule, 2015 waren es nur noch 57 Mio.
  • Es gibt weniger Hunger auf der Welt: 1990 litten 19 % der Weltbevölkerung an Hunger, heute sind es weniger als 11 %.
  • Armut wird weniger: 1990 litten 47 % der Menschen in Entwicklungsländern an extremer Armut, 2015 waren es „nur“ mehr 14 %.
  • Es gibt so gut wie keine internationalen Kriege mehr – und die heutigen Kriege verursachen deutlich weniger Todesopfer als frühere Kriege.
  • Und noch einige Beispiele:
    • Die Ozonschicht regeneriert sich.
    • Die weltweite Abholzung der Wälder verlangsamt sich.
    • Gefährdete Tierarten wie Steinadler, Buckelwal und Bison erholen sich.
    • Die Kriminalitätsrate geht in den allermeisten Ländern deutlich zurück.

Jacques Lecomte belegt alle diese Entwicklungen: Die diesbezüglichen Zahlen und Fakten stammen von internationalen Institutionen wie der UNO, UNICEF, der FAO, UNESCO, der FAO, WHO, der Weltbank, Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen oder aus wissenschaftlichen Studien, die den Prozess dieser Verbesserungen beschreiben.

Darum sollten wir weniger auf Untergangspropheten hören.

Der Autor nennt drei Gründe:

Punkt 1: Sie führen häufig in die Irre und vermitteln uns ein falsches Bild von der Welt. Als Beispiel nennt er Berichte vom Hurrikan Katrina in New Orleans: Von Plünderungen und bewaffneten Banden war damals die Rede. Doch so schlecht ist der Mensch nicht, stellt Lecomte fest – gestohlen wurden nur Lebensmittel und Kleidung, also Überlebensnotwendiges, während Schmuckgeschäfte verschont blieben.

Punkt 2: Schreckensnachrichten lähmen uns. Gutes Beispiel ist die Raucherkampagne. „Horrorbilder sollen Menschen ermutigen, der Zigarette abzuschwören. Aber die wenigsten setzen die notwendigen Schritte, sondern verdrängen die Gefahr“, schreibt Lecomte.

Punkt 3: Angst führt zu autoritärer Politik. „Wer sich bedroht fühlt und den eigenen Tod vor Augen hat, wird nationalistischer und tendiert eher dazu, sich einer Autorität unterzuordnen“, erklärt Lecomte. Das geschah in den 1930ern oder auch Ende der 1960er-Jahre, wie soziologische Studien zeigen.

Wir können was tun!

Und auch jetzt scheinen Demagogen wieder Oberwasser zu bekommen – übrigens nicht nur politische, sondern auch religiöse. „Sie haben verstanden, dass es ihrem Interesse dient, immer wieder zu betonen, wie gefährlich die Welt ist, in der wir leben“, sagt der Psychologe.

Optirealismus

Sollen wir also in Zukunft die Welt nur noch durch die rosarote Brille sehen?

Nein – Lecomte plädiert für einen Optirealismus, wie er es nennt.

Das wäre doch eine gute Haltung für das neue Jahr: „Optirealismus“ – das bedeutet auch, sich eher an Fakten zu orientieren als an den bekannten Sensationsmedien!

 

*) Literatur: Der Welt geht es besser, als Sie glauben: 50 Gründe, optimistisch zu sein, Jacques Lecomte, Gütersloher Verlagshaus, 2018.

 

Foto: Freudenthaler