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Nov 04

Frauen sollten als Führungskraft „weiblich und männlich“ auftreten!

Frauen als „Wunderwuzzis“

Will eine Frau als Führungskraft wahrgenommen werden, sollte  sie im Idealfall alles drauf haben: Verhaltensweisen, die eher Männern zugeschrieben werden, aber auch solche, die als typisch weiblich gelten.

Dies berichtete kürzlich ein Forscherteam der Universität Salzburg in „The Leadership quarterly“. Seit 2014 begleiten Forscherinnen und Forscher den jährlich stattfindenden Panda Women Leadership Contest in Deutschland. In dem internationalen Wettbewerb arbeiten die Teilnehmerinnen in Teams mit acht bis zwölf Personen gemeinsam an Aufgaben. Am Ende des Tages werden die Top 10 gekürt, die auf Basis einer Wahl unter allen Teilnehmerinnen ermittelt werden. Dabei vergeben weibliche Führungskräfte einander Punkte und nennen dazu Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sie besonders überzeugt haben.

Das Forscherteam wertete diese Daten aus und ordnete die Beurteilungen „typisch maskulinen“ und „typisch femininen“ Merkmalen zu. In den Beschreibungen der Teilnehmerinnen wurden mehr als die Hälfte „typisch maskulinen“ Merkmalen zugeordnet, etwa ein Drittel wurde als „typisch feminin“ eingeschätzt, zehn bis 15 Prozent waren andere.

Frauen müssen also den Spagat schaffen, zwei unterschiedliche, sich teilweise sogar widersprechende Anforderungen zu erfüllen – sich in der Führungsrolle zu präsentieren, sich aber gleichzeitig erkennbar als Frau zu geben. Studien zeigen im Gegensatz dazu, dass Männer auch mit rein maskulinen Führungsstilmerkmalen positiv wahrgenommen werden.

Ein Appell an Frauen und Männer

Meine Eindrücke aus vielen Coachings mit weiblichen Führungskräften gehen in eine ähnliche Richtung: Vielen Frauen täte es in ihrer Führungsrolle gut, wenn sie etwas mehr Klarheit (Klarheit wird ja oft mit Härte verwechselt!) und Bestimmtheit an den Tag legen würden. Das heißt ja nicht, dass sie damit typisch weibliche Attribute wie Einfühlungsvermögen und Charme aufgeben müssen. Gerade dort, meine werten Geschlechtsgenossen, könnte sich die eine oder andere männliche Führungskraft ein Beispiel an den Damen nehmen …

 

Bild Gerd Altmann / pixabay